Zeckenarten in der Schweiz: Diese sollten Sie kennen

Eins ist klar: Zecken breiten sich jährlich weiter aus, denn sie profitieren von milden Wintern und trockenen, langen Sommern. Auch in der Schweiz sind die kleinen Blutsauger heimisch, mittlerweile sogar bis in die Höhenlagen. Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die bekannteste und häufigste Zeckenart in der Schweiz. Daneben gibt es noch einige andere Arten, die wir Ihnen hier vorstellen.

Zeckenarten: Ein Holzbock (Ixodes ricinus) auf der Haut

Die verbreitetsten Zeckenarten: Holzbock und Auwaldzecke

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind äußerst robust und anpassungsfähig. Kein Wunder also, dass sich die Parasiten auf der ganzen Welt ausbreiten. Einzige Ausnahme stellen die arktischen Zonen dar. Die meisten der Zeckenarten in der Schweiz kommen nur selten vor und haben keine Bedeutung für den Menschen. Einige sind jedoch besonders lästig und übertragen noch dazu Krankheiten, die gefährlich werden können.

Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) lebt vor allem im dichten Unterholz, in Wäldern und auf angrenzenden Lichtungen. Diese Bedingungen findet er in der Schweiz reichlich, er ist die häufigste Zeckenart. Der Parasit, der zu den sogenannten Schildzecken gehört, befällt Waldbewohner wie Rehe, Mäuse oder Vögel – aber auch Hunde, Katzen und Menschen. Der Holzbock überträgt Krankheiten wie die Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und ist damit die gefährlichste Zeckenart der Schweiz.

Sind die Zecken von Hund und Co. auch für den Menschen gefährlich? Viele Tierbesitzer kennen das: Nach einem Spaziergang mit dem Hund oder einem Streifzug der Katze im Garten haben die Vierbeiner eine oder mehrere Zecken. Oftmals bleiben die Blutsauger jedoch auch im Fell der Tiere unentdeckt. Ist das für die Besitzer gefährlich? Ja, tatsächlich sollten Zecken sofort entfernt werden. Denn zum einen können sie Krankheiten auf das Haustier übertragen, zum anderen lassen sie sich nach ihrer Blutmahlzeit abfallen und können, im Anschluss an die Verdauung, einen Menschen als nächsten Wirt aussuchen und gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Ein weiteres Problem stellen Zecken dar, die sich nur am Tierfell festgehalten, aber noch nicht gestochen haben. Sie können in der Wohnung oder beim Schmusen ebenfalls auf den Menschen übergehen. Tierbesitzer sollten demnach ihre Vierbeiner akribisch nach den Parasiten absuchen oder für einen geeigneten Schutz sorgen, beispielsweise durch Lösungen, die aufs Fell getropft werden und die Zecken abwehren. Denn die einige Zeckenarten, die Tiere befallen, können auch den Menschen stechen.

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist an einem hellen Rücken mit dunklen Flecken zu erkennen, zudem ist sie deutlich größer als der Holzbock. Die Zeckenart sticht bisher eher selten Menschen. Jedoch werden die Stiche als schmerzhaft beschrieben, noch dazu kann die Auwaldzecke wie der Holzbock FSME übertragen.1 Besonders für Hunde kann ein Stich der Auwaldzecke gefährlich werden: Sie überträgt die Hundemalaria (Babesiose).

Weitere Zeckenarten der Schweiz

Vor allem der Holzbock und die Auwaldzecke haben für den Menschen Bedeutung. Andere Zeckenarten, die in der Schweiz verbreitet sind:

  • Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus): Diese Art stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile auch in Gebieten der Schweiz anzutreffen. Die braune Hundezecke hat es, wie der Name schon sagt, vor allem auf Hunde abgesehen und überträgt für die Vierbeiner gefährliche Krankheiten wie die Anaplasmose (bakterielle Erkrankung) und die Ehrlichiose (Zeckenfieber).
  • Schafzecke (Dermacentor marginatus): Schafzecken fühlen sich nicht nur auf Weiden in Nähe der Nutztiere wohl, sondern auch in Gärten. Die Zecke ist auffallend farbig und kann das Q-Fieber auf Tiere übertragen, eine Erkrankung, die sich durch grippeähnliche Symptome bemerkbar macht. Die Schafzecke befällt nur sehr selten Menschen.
  • Ixodes inopinatus: Diese Zeckenart kommt ebenfalls aus dem Mittelmeerraum und baut zunehmend Populationen in Österreich, in Süddeutschland und wahrscheinlich auch der Schweiz auf. Die Zeckenart ist noch relativ neu und Gegenstand aktueller Forschungen, einen deutschen Namen hat sie bisher nicht. Ob sie Krankheiten übertragen kann, ist noch nicht geklärt.

Immer wieder entdecken Forscher neue Zeckenarten. Manche tauchen nur vereinzelt auf, andere werden immer häufiger identifiziert. Die Zeckenvielfalt gilt unter den Wissenschaftlern größer als bisher angenommen. Und gerade durch Zugvögel und Tourismus verbreiten sich die Arten immer weiter.

Was bedeuten weiße Zecken?

Immer wieder kommt die Frage auf, ob weiße Zecken besonders gefährlich seien. Die Antwort lautet: nein. Der Holzbock ist braun-rötlich gefärbt, aber nur als adulte, also ausgewachsene Zecke. In ihrer Entwicklung durchlaufen Zecken die Stadien Larve und Nymphe, bevor sie „erwachsen“ werden. Holzbocklarven sind nur 0,5 Millimeter klein, Nymphen circa 1,2 Millimeter. In diesen Stadien erscheint der Holzbock oft weiß oder hellbraun. Schon Larven und Nymphen können den Menschen stechen, besonders gern an dünnen Hautstellen wie an den Ohrläppchen oder hinter den Ohren und bei Kindern und Babys. Demnach sind weiße Zecken genauso gefährlich wie ihre erwachsenen Verwandten. Allerdings lassen sie sich deutlich schwerer entdecken.

Ist eine erwachsene Zecke mit Blut vollgesogen, wird sie rundlich und kann ebenfalls weiß aussehen. Dies bedeutet dann lediglich, dass sie ihre Blutmahlzeit bald beenden und loslassen wird.

Zeckenschutz mit ANTI-BRUMM®

Bei Spaziergängen im Wald oder Gebüsch können Sie sich gegen viele Zeckenarten mit einem wirkungsvollen Insektenabwehrmittel wappnen. ANTI-BRUMM® Zecken Stopp hält Zecken bis zu 8 Stunden fern. Es kann schon bei Kindern ab einem Jahr angewandt und auch auf Kleidung gesprüht werden – damit die Zecken erst gar nicht auf den Körper gelangen. Wenn Sie sich gleichzeitig gegen Stechmücken schützen wollen, können Sie auf ANTI-BRUMM® Forte zurückgreifen – es schützt bis zu 5 Stunden vor Zecken und 6 Stunden vor Mücken. Dennoch sollten Sie sich nach einem Aufenthalt im Wald oder auf Wiesen immer gründlich nach Zecken absuchen, genau wie Ihre Kinder und Haustiere. Denn umso schneller Zecken entdeckt und entfernt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheiten übertragen können.

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1 DPA/aerzteblatt.de: Auwaldzecke: Weiterer FSME-Überträger entdeckt. URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/73981/Auwaldzecke-Weiterer-FSME-Uebertraeger-entdeckt (Abgerufen am 05.11.2018)