Zeckensaison: In welchen Jahreszeiten sind die Zecken aktiv?

Ein schöner Waldspaziergang oder das Toben in einer hohen Wiese können in der Zeckenzeit mit einem Zeckenbiss enden. Doch sind die kleinen Krabbler für den Menschen immer gefährlich oder gibt es Ruhezeiten, in denen Outdoor-Aktivitäten ohne Sorgen möglich sind? Wann die Zeckensaison ihren Höhepunkt hat, was wir zu ihrer Dauer wissen, bei welcher Temperatur die Zeckenaktivität zunimmt und wie der typische Jahresverlauf bei Zecken aussieht, erfahren Sie hier.

Zeckensaison: Darstellung der Zeckenaktivität im Jahresverlauf in vier Naturbildern


Schnell zum Wunschthema:

Erkundungstour der Zeckensaison durch die 4 Jahreszeiten

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – welche Jahreszeit lieben Zecken? Klar ist: Sie überleben mehrere Jahre und die Zeckenaktivität steigt mit der Temperatur, also sind die Krabbler eher von Frühling bis Herbst anzutreffen als in der kalten Jahreszeit. In milden Wintern können Zecken jedoch frühzeitig aus ihrer Winterstarre erwachen und auf Jagd nach Blut gehen, da sie schon etwa ab 8 Grad Celsius aktiv sind.1 Wie sieht der Jahresverlauf für Zecken aus?

Wichtige Information

Je nach Witterung ändert sich auch die Dauer der Zeckensaison in der Schweiz. Als Richtwert zählt aber die Phase von März bis November.2

Zecken im Winter: November bis Februar

In den 4 Monaten November, Dezember, Januar und Februar im Winter herrscht kaum ein Vorkommen an Zecken in Mitteleuropa und das unabhängig vom Schneefall. Die Krabbeltiere suchen sich mit Kälteeinbruch einen feuchten und warmen Unterschlupf zum Überwintern. Die Zeckenarten, beispielsweise der in der Schweiz weitverbreitete gemeine Holzbock (Schildzecke), verstecken sich unter Laub- und Nadelresten. Dort herrscht zum einen eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme, zum anderen finden sie Schutz vor Fressfeinden und widrigen Wetterbedingungen. Mäusenester oder Maulwurfsbauten bieten darüber hinaus nicht nur ein hervorragendes Quartier, sondern mit den dort lebenden Tieren auch die passende Blutnahrung für zwischendurch.

Zecken überleben in den meisten Fällen auch die kalten Winter. Da die Winter aber in den letzten Jahren oft eher mild waren, sind die Blutsauger oft gar nicht erst in die Winterstarre verfallen. Somit ist die Zeckenaktivität fast das ganze Jahr über gegeben, wenn auch mit Schwankungen in der Intensität.

Zecken im Frühling: März bis April

Im Frühling steigen die Temperaturen und somit auch die Zeckenaktivität. Die teilweise angenehme Wärme tagsüber ermuntert die kleinen Parasiten. Sobald die Grade an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen in den 2-stelligen Bereich klettern, kriechen die Tierchen wieder aus ihren Verstecken heraus und suchen sich Nahrung in Form von Blut.

Aber nicht alle Zeckenarten verlassen zeitgleich ihr Lager. Dazu kommt: Die Larven erwachen zwar zu dem frühen Zeitpunkt noch nicht, aber die ausgewachsenen Zecken und Nymphen. Genau hier liegt das Problem, denn diese beiden Entwicklungsstadien des Parasiten können gleich zu Jahresbeginn gefährliche Krankheiten an den Menschen weitergeben. Auch ein erneuter Kälteeinbruch, der während dieser Jahreszeit durchaus vorkommt, kann den Zecken nichts anhaben. Für die Zeit des erneuten Frostes ziehen sie sich einfach wieder in ihr Versteck zurück oder suchen sich ein neues.

Frühsommer: Mai bis Juni

In der Übergangszeit zwischen Frühjahr und Sommer zeigen Zecken meistens die höchste Aktivität im gesamten Jahresverlauf. Sie können jedoch in ihrer aktivsten Phase auch ausgebremst werden. Sehr hohe Temperaturen und eine anhaltende Trockenheit durch längere Regenpausen verschlechtern die Lebensbedingungen der Parasiten.

Wo lauert die Gefahr?

Zecken halten sich überwiegend an Orten auf, von denen sie schnell durch eine kurze Berührung auf einen entsprechenden Wirt gelangen, seien es Menschen oder Tiere. Dafür bietet sich an Wegrändern vor allem der oberste Teil von Grashalmen oder Stauden an. Zudem verweilen sie auch auf Baumstümpfen oder auf Ästen und Zweigen in Bodennähe.

Zecken im Sommer (Hochsommer): Juli bis August

Der Sommer ist für Zecken an sich betrachtet zwar nicht der ideale Zeitpunkt aktiv zu sein, da sie sowohl Trockenheit als auch Hitze meiden und feuchte und kühlere Gebiete bevorzugen. Aber die Zahlen der Zeckenbisse bleiben meistens trotzdem konstant, da sich an heissen Sommertagen mehr Menschen im Grünen aufhalten, um das Wetter zu geniessen. Das heisst, es gibt zwar an sich weniger aktive Zecken, dafür aber mehr potenzielle Opfer als Nahrungsquelle.

Langeweile kommt bei den Tieren so oder so nicht auf: Sie nutzen die Sommerwochen zum Beispiel für eine ausgiebige Verdauung nach einer üppigen Blutmahlzeit und zur Häutung für ihr nächstes Stadium der Entwicklung. Die Weibchen produzieren Eier und legen sie ab.

Zecken im Herbst: September bis Oktober

Im Spätsommer und Herbst erleben die Zecken ihr Jahres-Comeback. Die Zeckenaktivität steigt im Vergleich zum Sommer deutlich an, da die Tage wieder etwas kühler werden und es häufiger Niederschlag und vermehrt Tau gibt, der die Wald- und Wiesenböden befeuchtet. Somit herrschen wieder die optimalen Lebensbedingungen vor.

Zudem haben sich die Parasiten im Sommer gehäutet. Aus einer Larve entwickelt sich so eine Nymphe und aus einer Nymphe eine ausgewachsene Zecke. Alle 3 brauchen in der neuen Stufe wieder Nahrung, weshalb sie sich auf Blutsuche begeben. Und bei den ausgewachsenen Zecken kann die letzte Blutmahlzeit schon mehrere Monate her sein, auch sie gehen auf Beutejagd.

Pilzfreunde aufgepasst!

Im Herbst wachsen die leckersten Pilze im Wald, was wiederum viele Sammler der kulinarischen Köstlichkeiten ins Freie lockt. Doch da auch Zecken zu der Jahreszeit wieder aktiv sind, steigt die Gefahr eines Zeckenbisses stark an.

Den perfekten Schutz vor Zecken bieten sogenannte Repellents, die meistens in sprayform erhältlich sind.

Vorsicht in der Zeckenzeit

Besonders während der Zeckensaison sollten Sie sich vor den Spinnentieren in Acht nehmen, da sie Krankheiten übertragen können, die für den Menschen gefährlich sind. Dazu zählen hauptsächlich Lyme-Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Ein effektiver und leicht umzusetzender Zeckenschutz-Tipp: Tragen Sie in Zeckenrisikogebieten eine lange Hose und Socken, so erschweren Sie es den Tieren, an Ihre Haut zu gelangen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sprühen Sie die Haut und zusätzlich die Kleidung mit dem Zeckenspray ANTI-BRUMM® Zecken Stopp ein.

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1 Robert Koch Institut (RKI): Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion. URL: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html (26.06.2020).

2 Bundesamt für Gesundheit (BAG): Zeckenübertragene Krankheiten – Lagebericht Schweiz. URL: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/zeckenuebertragene-krankheiten.html (26.06.2020).