Mückenarten in der Schweiz: Welche sind gefährlich?

Zika-Virus, Dengue- oder West-Nil-Fieber – Mücken können gefährliche Krankheiten übertragen. Allerdings sind es meist nicht die in der Schweiz heimischen Arten, die problematisch sind. Vielmehr wandern zunehmend Mückenarten wie die Tigermücke aus tropischen Ländern ein, die durch ihren Stich zu schweren Infektionskrankheiten führen können. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die wichtigsten heimischen und tropischen Mückenarten und erfahren Sie, welche Krankheiten sie übertragen.

Mückenarten: Eine Tigermücke in Großaufnahme.

Diese Mückenarten sind heimisch

Es gibt circa 35 Mückenarten in der Schweiz, davon sind 5 für den Menschen als Stechinsekten bedeutsam.1 Die Stiche dieser Mücken führen zu juckenden Quaddeln, die nach mehreren Tagen wieder verschwinden. Als Krankheitsüberträger spielen die Mücken kaum eine Rolle. Im Folgenden sind einige genauer erklärt:

Gemeine Stechmücken (Culex pipiens): Die gemeine Stechmücke ist weit verbreitet und die bekannteste Mückenart. Das etwa 5 bis 7 Millimeter große Insekt hat einen dunkelbraunen und weiß geringelten Hinterleib, ist dämmerungs- und nachtaktiv und fühlt sich vor allem in der Nähe von Gebäuden wohl. Diese nutzt sie auch gern, um zu überwintern. Vereinzelt konnten gemeine Stechmücken identifiziert werden, die mit Krankheitserregern infiziert waren, beispielsweise dem Sindbis-Virus (löst harmlose fiebrige Erkrankung mit Gelenksentzündungen aus). Eine Übertragung des Virus auf den Menschen konnte bisher in unseren Breiten nicht nachgewiesen werden.

Überschwemmungsmücken: Mücken, die Überschwemmungsgebiete wie Auwälder und Wiesen zur Brutablage nutzen, treten meist massenhaft auf. Dazu gehört beispielsweise Aedes vexans, die auch als Rheinschnake bezeichnet wird. Sie ist etwa 6 Millimeter groß und braun bis goldbraun gefärbt. Für Menschen gefährliche Krankheiten überträgt sie nicht, dennoch kann das Stechtier zu einer echten Plage werden, weswegen sein Vorkommen teilweise großflächig mit biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln eingedämmt wird.

Ringelmücken (Culiseta annulata): Die Ringelmücke zeichnet sich durch ihre Größe aus: Mit 10 bis 13 Millimetern ist sie deutlich größer als die gemeine Stechmücke. Die auch als große Hausmücke bezeichnete Art hat einen schwarzgrau-hell gestreiften Körper. Daher kann sie schnell mit der asiatischen Tigermücke verwechselt werden. Die Ringelmücke hält sich gern in bebauten Gebieten auf und überwintert in Kellern oder Ställen. Im Frühling sind die stechenden Weibchen tagaktiv, später im Jahr sind sie eher in der Dämmerung unterwegs.

Gnitzen (Ceratopogonidae): Gnitzen, auch Bartmücken oder Gnitten genannt, sind mit einer Größe von 1 bis 4 Millimetern eher klein. Die Tiere sind abends und nachts aktiv, ihre Stiche können durchaus schmerzen und zu größeren Quaddeln führen.

Kriebelmücken (Simuliidae): Kriebelmücken sehen eher Fliegen als Mücken ähnlich. Sie sind 2 bis 6 Millimeter groß und rötlich, gelb oder schwarz gefärbt. Die Parasiten sind gern tagsüber unterwegs, ihre Stiche können zu allergischen Reaktionen führen, mit großen juckenden Schwellungen und Entzündungen. In unseren Breiten übertragen Kriebelmücken keine gefährlichen Krankheiten.

Tropische und eingewanderte Mückenarten

In letzter Zeit stehen vor allem Mückenarten im Fokus, die aus südlichen Ländern Richtung Mittel- und Nordeuropa eingeschleppt werden. Über Schiffe und Flugzeuge schaffen sie es, große Distanzen zu überwinden. Aufgrund der zunehmend milden Winter und heißen Sommer fühlen sich einige von ihnen hier dauerhaft wohl.

Wussten Sie schon?

Mücken der Gattung Anopheles gelten als besonders gefährlich, da sie zahlreiche Tropenkrankheiten wie Malaria oder Gelbfieber übertragen. Sie leben in tropischen und subtropischen Gebieten. Insektenschutzmittel werden vom Schweizer Tropeninstitut unter anderem an Anopheles getestet. Nur Mittel mit einer zuverlässigen Wirkung werden vom Schweizer Tropeninstitut empfohlen – so wie ANTI-BRUMM® Forte, das zuverlässige Repellent mit guter Hautverträglichkeit und 6 Stunden Schutz gegen Mücken.

Sandmücken (Phlebotominae): Die Parasiten sind etwa 4 Millimeter groß, gelbbraun und behaart. Sandmücken sind aus Südeuropa eingewandert und in der Schweiz vor allem im Kanton Tessin zu finden. Die kleinen Stechinsekten ritzen mit ihren Mundwerkzeugen die Haut an und saugen das austretende Blut auf (Poolsauger). Nicht selten reagieren gestochene Menschen mit Hautausschlägen auf die Stiche. Die tagaktiven Sandmücken übertragen bestimmte Krankheiten, beispielsweise das Sandmückenfieber (Phlebotomusfieber, unkomplizierter Fieberinfekt). Sie sind bekannt dafür, dass sie sehr aggressiv angreifen können.

Asiatische Tigermücken (Aedes albopictus): Die Tigermücke ist durch schwarz-weiße Streifen gekennzeichnet und daher gut zu erkennen. Sie ist zwischen 2 und 10 Millimeter groß und stammt aus den tropischen Gebieten Asiens. Dort überträgt sie Krankheiten wie das Denguefieber (Infekt ähnlich einer schweren Grippe, komplizierte Verläufe möglich) oder das Chikungunyafieber(geht mit Fieber und Gelenkbeschwerden einher). Zudem hat die Tigermücke als Überträgerin des Zika-Virus in Südamerika Schlagzeilen gemacht. Dieser löst einen Infekt aus, der bei ungeborenen Kindern zu schweren Schädigungen führen kann. Tigermücken sind tagaktiv, meist aggressiv und können auch durch Kleidung stechen. Auch in der Schweiz werden seit 2013 regelmäßig Tigermücken gesichtet, beispielsweise in den Kantonen Tessin und Aargau.2 Hierzulande hat sich jedoch noch niemand mit den genannten Krankheiten infiziert – alle in der Schweiz verzeichneten Fälle gehen auf Reiserückkehrer zurück.

Asiatische Buschmücken (Aedes japonicus): Diese Mückenart kann beispielsweise das West-Nil-Virus oder Enzephalitis-Viren (lösen Hirnhautentzündungen aus) übertragen. Die dunkelbraun-silbrig gestreiften Mücken sind unter anderem im Kanton Aargau nachgewiesen. Bisher wurden in unseren Breiten aber noch keine asiatischen Buschmücken gefunden, die Träger des West-Nil-Virus sind.

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1 Jurczek L.: Das hilft wirklich gegen Mückenstiche. Blick.ch 14.09.2018. https://www.blick.ch/life/wissen/naturwissenschaften/mueckenplage-und-tigermuecke-das-hilft-wirklich-gegen-mueckenstiche-id8651635.html (abgerufen 15.11.18)
2 Arnet H.: Zürich kämpft gegen Invasion aus dem Westen. Tagesanzeiger. 14.04.2018. https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Zuerich-kaempft-gegen-Invasion-aus-dem-Westen/story/26886569 (abgerufen 15.11.18)