FSME – ein Zeckenstich mit Folgen

Die Vögel zwitschern, die Blumen blühen und die Tage werden länger – der Frühling kündigt sich an! Doch neben der sonnigen Zeit beginnt auch die Saison der Zecken. Die Blutsauger können bei einem Stich FSME-Viren übertragen, wodurch sich eine gefährliche Gehirn- oder Hirnhautentzündung entwickeln kann. Wie schützt man sich am besten davor und ist eine FSME-Impfung hilfreich?

Junge bekommt FSME-Impfung.

Erreger und Überträger von FSME

Der Auslöser der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sind Viren der Familie Flaviviridae. Sie werden durch Zecken auf den Menschen übertragen und können dann die Form der Hirnhautentzündung auslösen. Der Übeltäter ist in der Schweiz hauptsächlich der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der den Virus im Speichel trägt und während des Saugvorgangs auf den Wirt überträgt. Er lebt in der ganzen Schweiz verteilt und fühlt sich in hohen Gräsern, im Wald und Garten am wohlsten. Neben den FSME-Viren gibt der gemeine Holzbock auch Bakterien an uns Menschen weiter, die Krankheiten wie Borreliose auslösen.

FSME: Der Krankheitsverlauf

Jährlich erkranken rund 200 Menschen an FSME.1 Eine Infektion mit dem FSME-Virus durch einen Zeckenstich kann entweder beschwerdefrei verlaufen oder schwerwiegende Folgen mit sich bringen. Deutlich macht sich die Frühsommer-Meningoenzephalitis häufig durch 2 typische Phasen.

  • Phase I: Fieber über 40 Grad Celsius und grippeähnliche Symptome treten circa 1-2 Wochen nach dem Zeckenstich und der FSME-Infizierung auf.2 Es besteht die Möglichkeit, dass die FSME-Symptomatik nach der ersten Phase beendet ist.
  • Phase II: Ist die erste Phase vorüber, dauert es maximal 1 Woche bis die nächste Phase des Krankheitsverlaufs eintritt. Kommt es zu einer Meningoenzephalitis (Entzündung der Hirnhäute und/oder des Gehirns), sind neurologische Symptome der FSME-Erkrankung zu erwarten. Hierbei können Lähmungserscheinungen, Bewusstseinsstörungen, Kopf- und Nackenschmerzen oder Krampfanfälle auftreten. Die Beschwerden können kurzzeitig oder langfristig erscheinen und bis hin zu einer tödlichen Atemlähmung führen.

Besteht der Verdacht, an einer FSME-Infektion zu leiden, suchen Sie umgehend einen Arzt zur Abklärung auf. In den meisten Fällen, selbst nach einem schweren Krankheitsverlauf, werden die Patienten vollständig geheilt.

FSME-Impfung und Behandlung

Die am häufigsten gestellten Fragen zur FSME-Impfung haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Sollte sich jeder gegen FSME impfen lassen?
    Personen, die den Grossteil ihrer (Frei-)Zeit im Freien verbringen, sollten sich auf jeden Fall gegen FSME impfen lassen. Grundsätzlich ist es ratsam, bereits im Kindesalter mit der ersten Impfung zu beginnen.
  • Wann und wie oft ist eine FSME-Impfung notwendig?
    Um eine Grundimmunisierung zu erhalten, sind 3 Injektionen nötig. Nach 2 Impfungen besteht schon ein Schutz gegen FSME, dieser ist allerdings zeitlich begrenzt. Mit einem Abstand von einem Monat, erfolgen die ersten beiden Injektionen, die letzte (mit einem Schutz von mindestens 10 Jahren) wird 5 bis 12 Monate nach der zweiten Impfung erforderlich. Alle 10 Jahre ist dann eine Auffrischung der FSME-Impfung nötig.3
  • Können Nebenwirkungen bei einer FSME-Impfung vorkommen?
    In der Regel ist eine gute Verträglichkeit der Impfung bekannt. Rund ein Drittel der Menschen beschreiben Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Einstichstelle, die nach 1-2 Tagen meistens abklingen. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Übelkeit sowie in seltenen Fällen Fieber, können als Nebenwirkungen auftreten.3

Zusätzlich zur FSME-Impfung ist es trotzdem ratsam, einen geeigneten Zeckenschutz zu verwenden. Denn auch andere Krankheiten wie Borreliose können durch einen Zeckenstich übertragen werden.

So können Sie einer FSME-Infizierung vorbeugen

Auch wenn nur 0,1 bis 5 % der Zecken in den europäischen FSME-Risikogebieten die verursachenden Viren in sich tragen, ist es trotzdem sinnvoll, sich vor einem Zeckenstich und einer möglichen Infizierung mit dem FSME-Virus zu schützen.4 Vor dem Urlaub sollte man sich allgemeine Reiseinformationen und landesspezifische Hinweise über das Zeckenvorkommen einholen. Risikogebiete sind unter anderem:

  • Österreich
  • Deutschland
  • Schweiz
  • Tschechien
  • Kroatien
  • Finnland
  • Schweden
  • Slowenien

Sie können sich auf Informationsportalen darüber informieren, ob Ihr nächstes Urlaubsziel eine gefährdete Zeckenregion ist. Besonders bei Reisen in solche Gebiete und bei Aktivitäten in der Natur ist ein geeigneter Schutz sinnvoll. Sogenannte Repellents, wie sie auch zum Mückenschutz eingesetzt werden, helfen, Zecken fern zu halten. Nützlich sind hier Mittel wie ANTI-BRUMM® Zecken Stopp, die bis zu 8 Stunden gegen Zecken schützen können.

Da Zecken vor allem im Frühjahr und Sommer aktiv sind, ist der Gebrauch von Anti-Zecken-Sprays vor allem in diesen Jahreszeiten ratsam, um eine Infizierung mit FSME-Viren zu vermeiden. Ausserdem wird geraten, gerade beim Aufenthalt in hohen Gräsern oder im Gebüsch, helle und lange Kleidung zu tragen, um die Zecken schneller zu sehen und den Stich zu verhindern.

Hier weiter informieren:

1 Eidgenössisches Departement des Innern EDI. Bundesamt für Gesundheit BAG. (2017). BAG Bulletin 46/2017. URL: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/service/publikationen/bag-bulletin.html (19.04.2018)

2 Insektenschutz Ratgeber: FSME – Zecken dienen dem Virus als Überträger. URL: https://www.zecken-und-insektenschutz.de/fsme/ (21.03.2018)

3 Eidgenössisches Departement des Innern EDI. Bundesamt für Gesundheit BAG: Zeckenenzephalitis. URL: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/service/publikationen/broschueren/publikationen-uebertragbare-krankheiten/zeckenenzephalitis.html (16.04.2018)

4 Robert-Koch-Institut: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) für Ärzte. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html;jsessionid=256CC54809BDBEAA8DB3845AACA1576E.1_cid372#doc2381918bodyText6 (21.03.2018)