Zeckenbiss oder Zeckenstich: Wie Sie Zecken erkennen und entfernen

Nach der Wanderung juckt es in der Kniekehle, zu sehen ist ein kleiner schwarzer Punkt: Eine Zecke hat sich festgestochen. Jedes Jahr wird vor ihnen gewarnt und dennoch fängt man sich schnell eine ein. Wir beantworten die Fragen, ob es Zeckenstich oder Zeckenbiss heißt, bei welchen Symptomen Sie aufmerksam werden sollten und wie Sie eine Zecke selbst entfernen können.

Zeckenbiss (Zeckenstich) in menschlicher Haut.

Überblick

Alles Wichtige zum Zeckenstich (Zeckenbiss)

Auch wenn er umgangssprachlich als Zeckenbiss bezeichnet wird, handelt es sich dabei eigentlich um einen Stich. Der sogenannte Stech- und Saugapparat der Zecke besteht zum einen aus zwei Mundwerkzeugen, die wie Scheren aufgebaut sind und mit welchen die Haut aufgeschnitten wird. Zum anderen besitzen die Blutsauger ein Hypostom (Stechrüssel), das den eigentlichen Zeckenstich ausführt. Um nicht gleich wieder vom Wirt abzufallen, ist das Stechwerkzeug mit Widerhaken ausgestattet, die sich in der Haut verankern.



Zeckenbiss erkennen – Symptome eines Zeckenstichs (Zeckenbiss)

Woran können Sie erkennen, ob Sie einen Zeckenstich haben? Vor allem, wenn die Blutsauger klein sind, sehen Sie diese nicht immer auf den ersten Blick.

Folgende allgemeine Symptome sind typisch für einen Zeckenstich (Zeckenbiss):

  • eine leicht gerötete Stelle (ähnlich einem Mückenstich) mit einem hellbraunen bis schwarzen Punkt in der Mitte
  • juckende Schwellung

Diese Anzeichen müssen aber nicht vorkommen – Zeckenstiche können auch ohne Rötungen und Schwellungen auftreten. Zecken suchen sich gern einen geschützten Ort aus, wo die Haut dünn ist. Daher sind sie oft an diesen Körperstellen zu finden:

  • Kopf (Haaransatz) und Ohren
  • Genitalbereich
  • Achseln
  • Kniekehlen
  • Hals
Häufige Körperstellen für einen Zeckenbiss/Zeckenstich bei Erwachsenen und Kindern. Häufige Körperstellen für einen Zeckenbiss/Zeckenstich bei Erwachsenen und Kindern. Tipp Zecken können so klein sein, dass sie mit bloßen Augen kaum auszumachen sind. Sobald Sie eine gerötete Stelle mit einem dunklen Punkt in der Mitte vorfinden, sollten Sie daher genau hinschauen, beispielsweise mit einer Lupe. Anhand von zarten Beinchen können Sie die Zecke und den entsprechenden Zeckenstich dann meist erkennen.

Um den besten und sichersten Platz für den Stich auszuwählen, lässt sich die Zecke genügend Zeit und wandert erst am Körper des Wirts entlang. Deshalb ist es auch ratsam, nach einem Tag in der Natur, vor allem in hohen Gräsern, den Körper nach Zecken abzusuchen. Solange der „Zeckenbiss“ noch nicht stattgefunden hat, kann der Blutsauger zum Beispiel auch unter der Dusche abgespült werden.

Zeckenbiss auch ohne Zecke erkennen?

Sollten Sie die Zecke auch mit einer Lupe nicht ausmachen können, liegt das unter Umständen daran, dass der Sauger bereits wieder abgefallen ist. In diesem Fall ist in der Regel höchstens eine kleine rote Einstichstelle zu erkennen, die sich mitunter durch Juckreiz bemerkbar macht. Wenn Sie vermuten, dass Sie von einer Zecke gebissen worden sind, sollten Sie die Stelle desinfizieren und weiterhin im Auge behalten. Ein Biss bleibt zwar oft harmlos, kann aber auch schwerwiegendere Folgen haben.



Welche Zeckenstich-Symptome weisen auf eine Erkrankung hin?

Zecken sind als Überträger zweier gefährlicher Krankheiten gefürchtet: der Hirnhautentzündung FSME, welche durch Viren verursacht wird, und der bakteriellen Infektionskrankheit Borreliose. Für beide gibt es Anzeichen, auf die Sie achten sollten. Beobachten Sie folgende Symptome 5 Tage bis 3 Wochen nach einem Zeckenstich, dann sollten Sie zum Arzt gehen:1

  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • ein geröteter Kreis um den Zeckenstich, der langsam größer wird (Wanderröte)

Zeckenbiss: Rötung der Haut

Die Rötung der Haut ist eines der auffälligsten Symptome eines Zeckenstichs. Sie kann ein Hinweis auf eine Infektion sein. Hierbei liefert die Art der Rötung weitere Informationen, die Sie nicht unbeachtet lassen sollten. So bildet sich in vielen Fällen direkt nach dem Zeckenbiss ein roter Hof um den Einstich, welcher anzeigt, dass eine Abwehrreaktion des Körpers begonnen hat. In der Folge kommt es in der Regel zu einer leichten Verfärbung und Anschwellung rund um die Bissstelle. Für den weiteren Verlauf ist diese Abwehrreaktion des Körpers an sich als harmlos einzustufen.

In anderen Fällen kann es jedoch zu einer sogenannten Wanderröte (Erythema migrans) kommen, welche auf den Beginn einer Borreliose hindeuten kann. Sollte also nach dem Zeckenbiss eine erneute Rötung auftreten, oder sich die ursprüngliche Rötung auf über 5 cm vergrößern, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Etwaige Infektionen, z.B. FSME und Borreliose, die einen schwerwiegenden Verlauf nehmen können, können so festgestellt und gegebenenfalls behandelt werden. Die Behandlung, zu der in der Regel auf Antibiotika zurückgegriffen werden muss, ist umso erfolgsversprechender, je früher die Krankheit erkannt wird.

Günstig ist es, wenn eine Zecke schnellstmöglich entfernt wird.

Zecke entfernen – so geht’s

Sollten Sie eine Zecke selbst entfernen oder damit lieber zum Arzt gehen? Besser ist es, wenn Sie es selbst erledigen. Denn bis Sie einen Arzttermin haben, sind womöglich schon wieder einige Stunden vergangen, in denen das Risiko ständig steigt, dass die Zecke Krankheitserreger überträgt.

Eine Zecke können Sie mit einer Pinzette, einer Zeckenkarte, einer Zeckenzange, einem Zeckenlasso (Zeckenschlinge) oder einem Zeckenhaken entfernen. Zur Not können Sie auch Ihre Finger benutzen.

Für alle Entfernungsarten sollten Sie folgende Dinge beachten:
  • Packen Sie die Zecke an den Mundwerkzeugen (ganz nah an der Hautoberfläche) an, niemals nur am Körper.
  • Ziehen Sie die Zecke gerade und langsam heraus. Drehbewegungen sollten vermieden werden, um ein Abreißen des Kopfes zu verhindern. Sollten Teile der Zecke in der Haut verbleiben, ist das nicht unbedingt problematisch. Zur Sicherheit ist es aber empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen.
  • Danach ist es sinnvoll, die Stelle des „Zeckenbisses“ zu desinfizieren, um Infektionen zu vermeiden.

Zecken mit einer Pinzette entfernen

Wählen Sie eine Pinzette mit einem möglichst dünnen Ende und gehen Sie wie beschrieben vor:

  • Greifen Sie die Zecke nah an der Haut, quetschen Sie sie nicht.
  • Ziehen Sie die Zecke langsam, aber bestimmt, senkrecht heraus.

Zecken mit einer Zeckenkarte entfernen

Eine Zeckenkarte können Sie in einer Apotheke erwerben.

  • Schieben Sie die Karte flach auf die Haut gedrückt an die Zecke heran, bis diese in der V-förmigen Aussparung steckt.
  • Nun schieben Sie die Karte einfach weiter in die gleiche Richtung und ziehen die Zecke heraus.
Eine Zecke richtig entfernen: Anleitung des ANTI-BRUMM® Zecken Tests Eine Zecke richtig entfernen: Anleitung des ANTI-BRUMM® Zecken Tests

Zecken mit einer Zeckenschlinge/einem Zeckenlasso entfernen

Diese Hilfsmittel arbeiten mit einem dünnen Draht, der um die Zecke gelegt wird:

  • Bei der Zeckenschlinge legen Sie die Mitte der weiten Stelle über die Zecke und fädeln diese dann nach vorn ein.
  • Die Schlaufe des Zeckenlassos legen Sie um die Zecke, bevor die Schlinge durch Drücken des Stempels verkleinert wird.

Anschließend ziehen Sie die Zecke heraus.

Zecken mit einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken entfernen:

Eine Besonderheit bei diesen beiden Hilfsmitteln ist, dass die Zecken herausgedreht werden. Aber Vorsicht: Mit einer einfachen Zeckenzange aus Plastik können Sie die Zecke leicht quetschen. Es gibt jedoch auch Modelle, die dünnere Enden haben.

  • Drücken Sie auf den Druckknopf und öffnen Sie die Greifer.
  • Platzieren Sie den Greifer nah an der Haut und schließen Sie ihn vorsichtig.
  • Drehen Sie den Körper der Zecke in eine Richtung heraus.

Einen Zeckenhaken führen Sie zwischen Tier und Haut, dann drehen Sie ebenfalls in einer Richtung die Zecke heraus.

Die Zecke richtig entsorgen Zecken sind zäh – es reicht nicht, sie einfach im Abfluss herunterzuspülen oder sie in den Müll zu werfen. Beides können die Tiere überleben. Gehen Sie sicher, dass die Zecke wirklich tot ist, bevor Sie sie entsorgen. Verwenden Sie dafür Alkohol (mindestens 40 Prozent), in den Sie das Tier werfen, verbrennen Sie es (nur auf einer feuerfesten Unterlage) oder zerquetschen Sie es mit einem Glas.

Auch wenn Sie weder ein passendes Werkzeug zur Zeckenentfernung noch Desinfektionsmittel zur Hand haben, sollte die Zecke so schnell es geht entfernt werden. Versuchen Sie die Zecke mit den Fingernägeln herauszubekommen (nicht quetschen!) und senkrecht aus der Haut zu ziehen.

Gut zu wissen: Eine Behandlung mit Öl ist nicht ratsam, denn die Zecke droht, zu ersticken und kämpft ums Überleben. Dabei gibt sie womöglich Krankheitserreger in die Blutbahn des Menschen ab. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Apotheker oder Drogisten oder kontaktieren die Liga für Zeckenkranke Schweiz.



Suchen sich die Blutsauger gezielt einen „Zeckenbiss“-Kandidaten aus?

Einige Menschen werden häufiger Opfer von Zeckenstichen, während andere kaum befallen werden. Vermutlich reagieren Zecken auf bestimmte individuelle Duftstoffe, die von der menschlichen Haut abgegeben werden . Manche wirken für die Blutsauger besonders anziehend, andere eher unattraktiv. Das ist also ähnlich wie bei Mückenarten, die Gelbfieber übertragen und von Menschen mit einem hohen Milchsäureanteil in der Haut angezogen werden.

Zudem sitzen Zecken gern auf hohen Gräsern und warten dort, bis ein Mensch oder Tier sie streift. Wer sich also oft in der Natur (zum Beispiel im Garten, beim Camping oder Wandern), vor allem in hohem Gras oder Gebüschen aufhält, wird häufiger Opfer eines Zeckenstichs.



Warum spüren wir einen Zeckenbiss (Zeckenstich) nicht?

Nachdem sich die Zecke mit ihrem Stechapparat – der deutlich dicker ist als der Rüssel einer Mücke – festgesetzt hat, beginnt der Saugprozess. Doch warum spüren wir den „Zeckenbiss“ nicht? Zecken sondern verschiedene Stoffe ab, die zum einen die Einstichstelle betäuben und zum anderen verhindern, dass das Blut gerinnt. Außerdem werden entzündungshemmende Stoffe abgegeben, wodurch wir einen Zeckenstich teilweise gar nicht bemerken und sich der Blutsauger in Ruhe satt essen kann. Neben den Widerhaken am Stechrüssel, sorgt eine Art „Klebstoff“, welcher von der Zecke abgesondert wird, ebenfalls für Halt und verhindert das Abfallen des Spinnentiers von der Einstichstelle.

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1 Robert-Koch Institut: Lyme-Borreliose RKI Ratgeber. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_LymeBorreliose.html (06.03.2019) sowie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) RKI Ratgeber. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_FSME.html#doc2381918bodyText6 (06.03.2019)
2 Der Westen: Warum Zecken manche Menschen als Wirte bevorzugen (11.04.2012). URL: https://www.derwesten.de/gesundheit/warum-zecken-manche-menschen-als-wirte-bevorzugen-id6542470.html (06.03.2019)