Zeckenbiss oder doch Zeckenstich?

Sie gehören zu den Spinnentieren und lauern vorzugsweise auf hohen Gräsern, im Gebüsch oder Unterholz – die Zecken. Im Gegensatz zu einigen Gerüchten springen sie nicht von Bäumen oder lassen sich fallen, sondern sie warten bis ein geeigneter Wirt sie streift und suchen sich dann auf dessen Körper eine passende Stelle für ihren Zeckenbiss. Oder ist es doch ein Zeckenstich? Wir beantworten diese Frage für Sie und erklären, was genau währenddessen im Körper passiert, und wie Sie eine Zecke selbst entfernen können.

Zeckenstich / Zeckenbiss in menschlicher Haut

Alles Wichtige zum Zeckenstich / Zeckenbiss

Auch wenn er umgangssprachlich als Zeckenbiss bezeichnet wird, handelt es sich dabei eigentlich um einen Stich. Der sogenannte Stech- und Saugapparat der Zecke besteht zum einen aus zwei Mundwerkzeugen, die wie Scheren aufgebaut sind und mit welchen die Haut aufgeschnitten wird. Zum anderen besitzen die Blutsauger ein Hypostom (Stechrüssel) das den eigentlichen Zeckenbiss beziehungsweise den Zeckenstich ausführt. Um nicht gleich wieder vom Wirt abzufallen, ist das Stechwerkzeug mit Widerhaken ausgestattet, die sich in der Haut verankern.

Das geschieht bei einem Zeckenstich

Nachdem sich die Zecke mit dem Hypostom – das deutlich dicker ist als der Rüssel einer Mücke – festgesetzt hat, beginnt der Saugprozess. Doch warum spüren wir den „Zeckenbiss“ nicht? Zecken sondern verschiedene Stoffe ab, die zum einen die Einstichstelle betäuben und zum anderen verhindern, dass das Blut gerinnt. Ausserdem werden entzündungshemmende Stoffe abgegeben, wodurch wir einen Zeckenstich teilweise gar nicht bemerken und sich der Blutsauger in Ruhe satt essen kann. Neben den Widerhaken am Stechrüssel, sorgt eine Art „Klebstoff“, welcher von der Zecke abgesondert wird, ebenfalls für Halt und verhindert das Abfallen des Spinnentiers von der Einstichstelle.

Beliebte Stellen für einen Zeckenstich

Vom Zeckenstich über das Vollsaugen der Zecke bis zum Abfallen vom Wirt können einige Tage vergehen. Um während dieser Zeit nicht Gefahr zu laufen abgerissen zu werden, suchen sich Zecken für ihren „Biss“ geschützte Stellen am Körper aus. Geeignete Orte für einen Zeckenstich sind:

  • Kopf (Haaransatz)
  • Genitalbereich
  • Achseln
  • Kniekehlen
  • Hals

Um den besten und sichersten Platz für den Stich auszuwählen, lässt sich die Zecke genügend Zeit und wandert erst am Körper des Wirts entlang. Deshalb ist es auch ratsam, nach einem Tag in der Natur, vor allem in hohen Gräsern, den Körper nach Zecken abzusuchen. Solange der „Zeckenbiss“ noch nicht stattgefunden hat, kann der Blutsauger zum Beispiel auch unter der Dusche abgespült werden.

Suchen sich die Blutsauger gezielt einen „Zeckenbiss“-Kandidaten aus?

Anders als bei Mückenarten, die Gelbfieber übertragen und von Menschen mit einem hohen Milchsäureanteil in der Haut angezogen werden, suchen sich Zecken keinen spezifischen Wirtskörper für ihren Zeckenstich aus. Zecken sitzen zum Beispiel auf hohen Gräsern und warten dort, bis ein Mensch oder Tier sie streift. Wer sich also oft in der Natur (zum Beispiel im Garten, beim Camping oder Wandern), vor allem in hohem Gras oder Gebüschen aufhält, wird häufiger Opfer eines Zeckenstichs.

Zecke entfernen – so geht’s

Infizierte Zecken sind in der Lage während des Zeckenstichs Krankheitserreger zu übertragen. Bakterien, die Borreliose auslösen, werden aber beispielsweise nicht sofort mit dem Einstich weitergegeben. Sie leben nämlich im Darm der Zecken und werden erst aktiv, wenn die Zecke ausreichend Energie (Blut) getankt hat. Der Vorgang der Infizierung dauert einige Zeit. Aus diesen Grund ist es wichtig, eine Zecke zu entfernen – und zwar so schnell wie möglich. Dadurch können schlimmere Krankheiten vermieden werden.

Wenn Sie die Zecke selbst entfernen, sind dafür extra vorgesehene Zeckenkarten, Pinzetten oder ähnliche Utensilien geeignet:

  • Packen Sie die Zecke an den Mundwerkzeugen (ganz nah an der Hautoberfläche) an, niemals nur am Körper.
  • Ziehen Sie die Zecke gerade und langsam heraus. Drehbewegungen sollten vermieden werden, um ein Abreissen des Kopfes zu verhindern. Sollten Teile der Zecke in der Haut verbleiben – keine Panik! Sie werden vom Körper abgestossen.
  • Danach ist es sinnvoll, die Stelle des „Zeckenbisses“ zu desinfizieren, um Infektionen zu vermeiden.
Anleitung des ANTI-BRUMM® Zecken Tests zur richtigen Entfernung einer Zecke. Anleitung des ANTI-BRUMM® Zecken Tests zur richtigen Entfernung einer Zecke.

Auch wenn Sie weder ein passendes Werkzeug zur Zeckenentfernung noch Desinfektionsmittel zur Hand haben, sollte die Zecke so schnell es geht entfernt werden. Versuchen Sie die Zecke mit den Fingernägeln herauszubekommen (nicht quetschen!) und senkrecht aus der Haut zu ziehen. Die Stichstelle anschliessend reinigen und desinfizieren. Eine Entfernung mit Öl ist nicht ratsam, denn die Zecke droht, zu ersticken und kämpft ums Überleben. Dabei gibt sie womöglich Krankheitserreger in die Blutbahn des Menschen ab. Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Apotheker oder Drogisten oder kontaktieren die Liga für Zeckenkranke Schweiz.

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