Zeckenstich entdeckt – was Sie jetzt tun sollten

Sie haben eine Zecke in der Haut entdeckt? Das kann im ersten Moment ganz schön erschrecken. Doch keine Panik: Ein Zeckenstich hat in den meisten Fällen keine gesundheitlichen Folgen.1 Wichtig ist jetzt, die Zecke möglichst schnell zu entfernen. Hier erfahren Sie, was genau zu tun ist.

Zecke auf menschlicher Haut: Viele fragen sich, was sie bei einem Zeckenstich tun müssen.

Schritt 1: Ruhe bewahren

Entdecken Sie bei sich oder bei Ihrem Kind eine Zecke in der Haut, heisst es: ruhig bleiben und das Tier möglichst rasch entfernen.

Wichtig: Mit zunehmender Saugdauer steigt auch das Risiko, dass die Zecke Krankheitserreger überträgt. Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied: FSME-Viren können bereits nach wenigen Minuten übertragen werden, während eine Übertragung von Borrelien in der Regel erst nach etwa 16 Stunden erfolgt.1

Schritt 2: Zecke richtig entfernen

Beim Entfernen einer Zecke in der Haut sollten Sie das Tier möglichst vollständig herausziehen – mitsamt Kopf und Mundwerkzeug.

Dafür eignen sich eine Zeckenkarte oder eine Zeckenpinzette besonders gut. Sie haben gerade kein passendes Werkzeug parat? Dann tun es auch eine normale Pinzette oder notfalls die Fingernägel.

Beachten Sie beim Entfernen der Zecke Folgendes:

  • Greifen Sie die Zecke so nah wie möglich an der Hautoberfläche.
  • Vermeiden Sie es, den Körper der Zecke zu quetschen.
  • Ziehen Sie die Zecke mit einem langsamen und geraden Zug heraus.
Zecke abgerissen – was tun?

Bleibt beim Herausziehen ein kleiner Rest der Zecke in der Haut zurück, ist das kein Grund zur Sorge. Es ist vergleichbar mit einem Holzsplitter. Der Körper arbeitet solche Fremdkörper in der Regel von selbst wieder heraus. Dennoch sollten Sie versuchen, die Zecke beim Entfernen möglichst vollständig herauszuziehen.1

Wenn das nicht klappt oder wenn Sie sich dabei unsicher sind, hilft Ihnen Ihr Arzt weiter.

Schritt 3: Stichstelle desinfizieren

Nachdem Sie die Zecke in der Haut entfernt haben, sollten Sie die Stichstelle gründlich desinfizieren.Dafür können Sie ein handelsübliches Wunddesinfektionsmittel verwenden – z. B. aus der Apotheke oder der Drogerie.

Schritt 4: Körper auf weitere Zecken kontrollieren

Haben Sie eine Zecke in der Haut entdeckt, suchen Sie Ihren Körper jetzt am besten gründlich nach weiteren Zecken ab.

Kontrollieren Sie dabei Körperfalten besonders genau – etwa unter den Achseln, hinter den Ohren, in den Kniekehlen und im Intimbereich. Bei Kindern ist es wichtig, auch den Kopf und Haaransatz nach Zecken abzusuchen.

Schritt 5: Hautbereich beobachten

Nach dem Entfernen einer Zecke sollten Sie die betroffene Hautstelle 6 Wochen lang im Blick behalten.2 Notieren Sie sich am besten, wann Sie den Zeckenstich entdeckt haben und ob sich die Haut verändert. Fotos mit dem Smartphone können dabei ebenfalls hilfreich sein.

Hinweis: Eine leichte Rötung um die Stichstelle ist zunächst kein Grund zur Sorge. Sie tritt meist schon innerhalb weniger Stunden bis maximal 2 Tage nach dem Stich auf, bleibt in der Regel kleiner als 1 Zentimeter und verschwindet rasch von selbst wieder – ohne sich zu vergrössern oder erneut aufzutreten.

Wann nach Zeckenstich zum Arzt?

Ärztlichen Rat sollten Sie insbesondere einholen, wenn sich die Rötung um die Stichstelle vergrössert, sich die Stichstelle entzündet oder Sie sich krank fühlen.

Wann zum Arzt?

Häufig gestellte Fragen: Zeckenstich – was tun?

Ja, wenn Sie gerade keine Zeckenkarte oder Pinzette zur Hand haben, können Sie eine Zecke auch vorsichtig mit den Fingernägeln entfernen. Greifen Sie das Tier dabei möglichst nah an der Haut, ohne den Körper zu quetschen.

Eine Untersuchung der Zecke auf Krankheitserreger ist in der Regel nicht notwendig, da ein positiver Erregernachweis nichts darüber aussagt, ob tatsächlich eine Übertragung auf Sie stattgefunden hat. Entscheidend ist stattdessen, die Stichstelle in den folgenden Wochen im Blick zu behalten.

Am sichersten ist es, die Zecke zwischen zwei Klebestreifen einzuschliessen oder sie in etwas Alkohol zu geben, bevor Sie sie im Hausmüll entsorgen. So verhindern Sie, dass das Tier erneut zustechen kann.

Eine Borreliose kann sich durch eine ringförmige Rötung zeigen, die sich von der Stichstelle ausgehend ausbreitet. FSME beginnt häufig mit grippeähnlichen Beschwerden.

Gegen FSME steht eine Impfung zur Verfügung, die insbesondere für Personen in Risikogebieten empfohlen wird.3 Gegen Borreliose gibt es hingegen keine Impfung.4 Hier ist das rasche und richtige Entfernen der Zecke besonders wichtig, um das Übertragungsrisiko möglichst gering zu halten.

1 „FAQ – Zecken und durch Zecken übertragene Krankheitserreger“. Admin.ch, www.bag.admin.ch/de/faq-zeckenuebertragene-krankheiten. https://www.bag.admin.ch/de/faq-zeckenuebertragene-krankheiten (Zugegriffen 31. August 2026.).
2 „S2k-Leitlinie Kutane Lyme Borreliose“. Awmf.org, register.awmf.org/assets/guidelines/013-044l_S2k_Kutane_Lyme_Borreliose_2024-06.pdf https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-044l_S2k_Kutane_Lyme_Borreliose_2024-06.pdf (Zugegriffen 31. August 2026.).
3 „Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)“. Admin.ch, www.bag.admin.ch/de/fruehsommer-meningoenzephalitis-fsme. https://www.bag.admin.ch/de/fruehsommer-meningoenzephalitis-fsme (Zugegriffen 31. August 2026.).
4 „Borreliose / Lyme-Krankheit“. Admin.ch, www.bag.admin.ch/de/borreliose-lyme-krankheit. https://www.bag.admin.ch/de/borreliose-lyme-krankheit (Zugegriffen 31. August 2026.).